Nach ziemlich arbeitssamen Wochen und einer guten Heilung meines Bänderrisses durfte ich Ende Juli wieder in die hohen Berge. Gemeinsam mit Sonja, Helene und ihren Großeltern brachen wir bei bestem Wetter zum Matreier Tauernhaus in Osttirol auf. Nach dem Abschluss der letzten Arbeiten im Auto, klappte ich den Rechner zu und konnte bald in der herrlichen Bergwelt abschalten.

Während Sonja und Helene das Hüttentaxi bis zum Venedigerhaus in Innergschlöss nahmen, entschloss ich mich die Strecke zu Fuß zu gehen. An der Brücke über den Gschlössbach nahm ich ebenfalls den Gletscherweg. Nach dem beeindruckenden Wasserfall kam ich auf ein Plateau mit herrlichem Ausblick auf die Schwarze Wand, den Hoher Zaun und den Kleinvenediger.

Über den Normalweg gelangte ich schließlich zur Neuen Prager Hütte, ohne Sonja und Helene noch einzuholen. Dort war auch bereits Sepp mit einer Gruppe von Freunden aus seinem Heimatort und wir verbrachten einen gemütlichen Hüttenabend.

Am nächsten Morgen starteten wir ohne Stress. Von der Hütte stiegen wir zunächst zum Schlatenkees ab und gingen ab dem steilen Aufschwung am Seil über Gletscher zur Venedigerscharte. Nun war es mit der Einsamkeit vorbei, was aufgrund der Stauungen auf den letzten Metern zum Gipfel über den Grat etwas nervig war.

Gegen Mittag standen Tochter, Mutter und Opa gemeinsam auf dem Gipfel. Mit 3.666 Meter war der Großvenediger der erste hohe Gipfel in Schnee und Eis für Helene, was nicht nur sie stolz machte. Nach einer Brotzeit und einem „Photoshooting“ stiegen wir über das Defreggerhaus zur Johannishütte ab.

Noch völlig ahnungslos erwartete uns an der Johannishütte der heikelste Teil unserer Unternehmung – das Venedigertaxi hinunter ins Tal. Der Fahrer des Taxis war vermutlich weit in seinen 70ern, ließ es in den engen und steilen Serpentinen ordentlich laufen und unterhielt sich fortweilend mit Helene und einer weiteren Frau auf dem Beifahrersitz. Unsere insgesamt relativ leichte Hochtour endete so doch noch mit etwas Adrenalin im Blut.

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